Fasten


"Ich fing mit einer Diät an, hörte auf zu trinken und zu rauchen, und in vierzehn Tagen verlor ich exakt zwei Wochen" (Joe E. Lewis)

Zunächst einmal ist der Zeitpunkt des Fastens und die Gründe dafür sehr wichtig. Wenn ich erst 30 Jahre alt bin, habe ich womöglich eine ganz andere Motivation als z.B. ein 50- oder 60jähriger. Allgemein kann man aber festhalten, dass bei allen eins übereinstimmt: es muss sich irgendetwas verändern. Und das ist auch gut so. Wie bereits erwähnt, wird das Fasten vorwiegend zur Ernährungsumstellung genutzt und ich kann euch versichern: das klappt! Die Nachfastenzeit ist hier jedoch der wichtigste Abschnitt, denn ich darf ja nicht zu alten Gewohnheiten zurückkehren (naja, zumindest für eine länger anhaltende Zeit). Ja, man kann das Fasten auch dafür verwenden, die lieb gewonnen Rituale wie z.B. Kaffee trinken und Rauchen, Alkoholkonsum und Rauchen zu beenden oder zumindest signifikant zu reduzieren. Was in der Fastenzeit geschieht, ist so neu und erlebnisreich, dass es sich lohnt zu Fasten. Wenn man es erst einmal kennengelernt hat und gute, also positive Erlebnisse hatte, dann fastet man auch gerne einmal wieder. Durch das Fasten werden neue Eindrücke gewonnen, man lebt sozusagen durch sich selbst! Das Fasten (= Leben ohne Nahrung) ist ein natürlicher Bestandteil unseres Daseins und kann trainiert werden.

 

Zu Anfang möchte ich erst einmal ein paar interessante Hintergründe des Fastens nennen, entnommen aus meinem Lieblingsbuch: FASTEN von Herrn Dr. med. Hellmut Lützner, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, München im Jahr 1989 und später dann im Gondrom Verlag, Bindlach 2002. Das erste Buch 1989 in der 23. Auflage gefällt mir nach wie vor am besten. Hier ein paar Ausschnitte: 

Zitat 1

"Wochen und monatelanges Fasten gehört vor allem zum normalen Lebensrhythmus vieler in freier Wildbahn lebenden Tiere. Auch für den Menschen war die angeborene Fähigkeit, gespeicherte Nahrungsenergie zu nutzen, eine biologische Notwendigkeit zum Überleben. Der Weg bis zum Verhungern ist weit. Auch die Leistungsfähigkeit des Körpers ist beim Fasten eher stabiler (Volksmund: „Ein voller Bauch studiert nicht gern.“) Der Fastenstoffwechsel vermeidet Energieverluste durch Verdauungsarbeit, die immerhin gut 30% des gesamten Energieaufwandes beansprucht, und mobilisiert Kraft auf optimale Weise."

Zitat 2

„Ein Beispiel: der schwedische Arzt Otto Karl Aly begleitete den Fastenmarsch von 20 Schweden von Göteburg nach Stockholm. Die Männer sind die 500km Strecke in 10 Tagen marschiert - also 50km täglich – ohne feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie verbrauchten nicht mehr als ein wenig Obstsaft und ungefähr 3 Liter Wasser pro Tag. Dr. Aly berichtete, dass die Männer trotz ihres Gewichtsverlusts von 5 bis 7 Kilo prächtig aussahen, bester Laune waren und keineswegs erschöpft, sondern mit einem Zuwachs an Kraft und Ausdauer in Stockholm ankamen. Noch ein Beispiel: Schweizer, 54 Jahre alt, 10.000m Läufer, trainierte täglich während seines 50-Tage-Fastens. Am 49. Fastentag lief er seine bisherige Bestzeit.“

Beachten sollte man allerdings beim Fasten, dass man keine Sprints oder sonstige kraftraubende Tätigkeiten ausübt (z.B. Treppen hinauf laufen). Besser sind Dauerleistungen wie Schwimmen, Wandern, Walken, Radfahren etc., und das auch ruhig über einen längeren Zeitraum (4-6 Stunden). Wichtig ist, dass jeder der fastet täglich einmal an seine Leistungsgrenze herankommen sollte.

 

Zum Schluss muss ich unbedingt noch hinzufügen, dass immer eine Wärmflasche greifbar sein sollte. Es wird einem nämlich des Öfteren kalt, besonders wenn man sich nicht bewegt oder sich ausruht. Eine Badewanne wäre von Vorteil. Des Weiteren sollte man sich unbedingt an einem oder auch mehreren Orten aufhalten, wo man nicht gestört wird und wo man sich wohl fühlt. Ob man alleine, zu zweit oder aber auch mit mehreren Menschen fasten möchte, bleibt einem selbst überlassen. Ich persönlich faste gern allein, da ich in meiner Fastenzeit viele Hausarbeiten erledige, auch mal ein Videospiel am Computer zocke und gerne Klavier, Schlagzeug oder Gitarre spiele. Ablenkung tut gut. Man sollte sich daher auf alle Fälle zwei Wochen Urlaub gönnen, denn im Arbeitsalltag könnte es Ärger mit anderen geben (aus wessen Gründen auch immer). Ebenso sollte Literatur über das Fasten immer greifbar sein, denn aufmunternde und motivierende Tipps sind in dieser Zeit viel Wert. 

Die 5 Grundregeln des Fasten von Hellmut Lützner:

Regel 1

Nichts essen – für ein, zwei oder mehr Wochen. Nur trinken: Tee, Gemüsebrühe, Obst- oder Gemüsesäfte – und Wasser, mehr als der Durst verlangt (Durst ist ein Warnsignal des Körpers, daher sollte das Durstgefühl vermieden werden bzw. gar nicht erst aufkommen).


Regel 2

Alles weglassen, was nicht Lebensnotwendig ist. Alles das, was zur lieben Gewohnheit geworden ist, aber dem Körper während der Fastenzeit schadet: Nikotin und Alkohol in jeder Form; Süßigkeiten und Kaffee; Medikamente, soweit entbehrlich – auf jeden Fall aber Entwässerungstabletten, Appetitzügler und Abführmittel.


Regel 3

Sich vom Alltag lösen. Heraus aus beruflichen und familiären Bindungen; weg vom Terminkalender und Telefon. Verzicht auf Illustrierte, Radio, Fernsehen. Statt Reizüberflutung von außen – Begegnung mit sich selbst; statt sich der Steuerung von außen zu unterwerfen – sich der Innensteuerung überlassen.


Regel 4

Sich natürlich verhalten: Das tun, was dem Körper guttut, wonach der Körper ver-langt. Der Erschöpfte soll sich ausschlafen, der Bewegungsfreudige soll wandern, Sport treiben, schwimmen. Das tun, was Spaß macht – bummeln, lesen, tanzen, Musik genießen, Hobbys pflegen.


Regel 5

Alle Ausscheidungen fördern. Den Darm regelmäßig entleeren, die Nieren durch-spülen, schwitzen, abatmen, Haut und Schleimhäute pflegen.


 

Und noch einige „callouts“ von Herrn Lützner

 

·     Fasten ist nicht hungern. Wer hungert, fastet nicht.

·     Satt sein heißt: den körperlichen Hunger gestillt haben.

·     Der entschlackte Körper strafft sich. 

·     v - v - m - m = vollwertig - vielseitig - mäßig - mager

Das hier funktioniert ganz gut:

Die Fastenwoche von Dr. Lützner (nach der Buchinger-Fasten-Methode):