Gesundheit

Mens sana in corpore sano (Juvenal)


Gesundheit wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „völliges Wohlbefinden in körperlicher, geistiger und sozialer Hinsicht“ definiert. Diese Begriffsbestimmung ist ungenügend. Körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden kann beispielsweise auch bei Existenz hoher Risikofaktoren vorliegen oder im noch unentdeckten Krebszustand. Wir finden die Definition von Löther (zitiert nach Israel 1979) zutreffender:

Definition Gesundheit

Gesundheit ist das funktionelle Optimum des lebenden Systems in der Totalität seiner aktiven und reaktiven Lebensäußerungen.

Definition Bewegungsmangel

Unter dem Begriff Bewegungsmangel verstehen wir eine muskuläre Beanspruchung, die chronisch unterhalb einer Reizschwelle liegt, deren Überschreitung notwendig ist zur Erhaltung oder zur Vergrößerung der funktionellen Kapazität. Die Auswirkungen von Bewegungsmangel ähneln funktionell in vielerlei Hinsicht den Alterungsvorgängen.

Seit einigen Jahren in der Moderne gibt es den Studiengang „Gesundheitswissenschaften“, was ich sehr positiv bewerte. Es gab jedoch auch früher schon Bemühungen, die Gesundheit zu entmystifizieren. Dies übernahm vorwiegend - wenn auch nicht zu genüge -  die Medizin. Viele beklagten die teilweise rein ausgeprägte pathologische Herangehens- und Sichtweise der Mediziner. Mit Gesundheit ist eben kein Geld zu verdienen! Diese Bestrebungen führten uns dann gnadenlos in die Pharmaindustrie. Das diese Industrie noch nicht die „Bewegungspille“ erfunden hat, kann nur an mangelnder Kreativität liegen (lol). Also, worum geht’s?

Es geht auf dieser Seite um Gesundheit und wie man sich dorthin, im wahrsten Sinne des Wortes, „bewegen“ kann. Ich möchte zu diesem sehr komplexen Thema unbedingt einen Wissenschaftler erwähnen, den ich in meinem Studium der Sportwissenschaften (eigentlich „Bewegungswissenschaften“) kennen und schätzen gelernt habe. Aus seinem Vorwort zu seinem Buch „Health, Stress and Coping" (1979) möchte ich einige Sätze zitieren:

„Im menschlichen Leben sind Stressoren omnipräsent. Dennoch überleben viele Menschen, wenn auch bei weitem nicht die meisten, sogar mit einer hohen Stressorbelastung und kommen sogar gut zurecht. Abgesehen von Stressoren, die den Organismus direkt zerstören, ist es nicht vorhersehbar, wie sich die Gesundheit von Menschen entwickelt. (…) Die Konfrontation mit einem Stressor, so nahm ich an, resultiert in einem Spannungszustand, mit dem man umgehen muss. Ob das Ergebnis pathologisch sein wird, neutral oder gesund, hängt von der Angemessenheit der Spannungsverarbeitung ab. Damit wird die Untersuchung der Faktoren, die die Verarbeitung von Spannung determinieren, zur Schlüsselfrage der Gesundheitswissenschaften.“ 

(Salutogenese, Zur Entmystifizierung der Gesundheit; Aaron Antonovsky, Deutsche Herausgabe und Übersetzungen von Alexa Franke, Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, DGVT Verlag, Tübingen 1997, Seite 16)